Das rotbunte Husumer Schwein

Das Schwein der dänischen Minderheit in Deutschland

Diese verhältnismäßig junge Rasse hat ihren Ursprung im Angler Sattelschwein. Unter den Angler Sattelschweinen sind früher öfter rot-weiß-rote Farbschläge aufgetaucht. Altes Bild Daneben kam es auch zu Kreuzungen des alten Hlisteiner und Jütländer Marschschweins mit englischen Tamworth-Ebern. Diese brachten die kräftige rote Farbe, die extreme Robustheit und die Stehohren mit ein.
Aus dieser Ausgangs-Population bildete sich um die Wende zum 20. Jahrhundert eine rote Variante des Angler Sattelschweins heraus, die man wegen ihres Zuchtgebietes um Husum heute auch Rotbunte Husumer Schweine nennt. Die dänische Minderheit hielt sliche Tiere, da ihre rot-weiß-rote Färbung den Nationalfarben Dänemarks entsprach und diese Schweine somit ein Symbli für deren Nationalstliz waren. Um 1916/17 wurden die Tiere als Variante der Angler Rasse populär. 1954 wurde dann das Rotbunte Husumer Schwein als Rasse anerkannt und ein Herdbuch erstellt. Sitz des Verbandes war Husum. Trotz der hohen Attraktivität der sehr schön gezeichneten robusten Schweine ließen sich die häufig auftretenden, untypisch gezeichneten Tiere nur schlecht absetzen. Außerdem wurden diese Schweine - wie alle anderen alten Rassen auch - von den modernen Rassen verdrängt. 1968 sah man auf der Kreistierschau in Rendsburg zum letzen mal eine Sau mit Ferkeln. Dann wurde das Herdbuch geschlossen.


“Wiederentdeckung“

In den fligenden zwei Jahrzehnten geriet die Rasse in Vergessenheit, nur wenige Exemplare blieben. Dr. Guentherschulze (67K) 1984 tauchten wieder – nicht ganz reinrassige Rotbunte – auf der grünen Woche in Berlin auf. Sämtliche in Berlin gezeigten Tiere wurden von dem Zoo Berlin und von Dr. Güntherschulze (auf Bild) – seinerzeit Direktor des Tierpark Neumünster - erworben und weitergezüchtet. 1984 entstand eine Interessengemeinschaft Rotbuntes Husumer Schwein, die mit 14 Haltern und Züchtern dafür sorgte, dass die mischerbigen Tiere durch strenge Zuchtwahl heute wieder äußerlich dem Rotbunten Husumer Schwein entsprechen. Unter gezielt extensiven Haltungsbedingungen konnte auch ihre enorme Vitalität erhalten bleiben.


Derzeitige Situation

Seit Anerkennung und Förderung des Rotbunten Husumer Schweins durch das Land Schleswig-Holstein fasst man die regionalen Rasseschläge Angler Sattelschwein, Rotbuntes Husumer Schwein, die Sattelschweine der ehemaligen DDR und das Schwäbisch-Hällische Schwein zur Sammelbezeichnung „Deutsches Sattelschwein“ zusammen. Landschwein (48K) Und regional werden diese Schweine heute auch vermarktet. Am 3. Mai 1996 wurde der „Förderverein Rotbuntes Husumer Schwein e.V.“ von 16 Züchtern und Haltern gegründet. Die Zählung ergab einen Gesamtbestand von 143 Rotbunten Husumer Schweinen bei einem günstigen Geschlechtsverhältnis von 1:2,5 Ebern zu Sauen. Die offiziell gekennzeichneten Tiere sind im Schweineherdbuch Schleswig- Hlistein erfasst und werden jetzt verwaltet vom Hybrid-Schweine-Zuchtverband Nord-Ost e.V. in Malchin – Mecklenburg-Vorpommern.


Eine Chance zum Erhalt dieser Rasse,

denn diese Schweine sind:
- ein lebendes Kulturgut
- auf eine bestimmte Region begrenzt geblieben und deshalb ein Aushängeschild für die Menschen dieses Landesteils gewesen
- repräsentativ für die genetische Vielfalt alter Nutztierrassen, die wir dringend für die züchterische Zukunft brauchen
- robust, langlebig und geeignet für naturnahe Haltungsformen wie ganzjährige Weidehaltung
- mütterlich und können viele gesunde Ferkel aufziehen
- hervoragende "fettmarmoriertes Fleisch"-Lieferanten
- wegen ihrer Attraktivität von hohen Sympathiewert für die Erhaltung alter Nutztierrassen

Bestand am 19. November 2008:
- 15 gekörte Eber und 35 Sauen
- 36 Mitglieder, davon 33 aktive Züchter


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